Pressemitteilung

30. Mai 2011
Jugendförderung in Dortmund

Jugendarbeit in Bövinghausen priorisieren

Seit Jahren diskutiert die Politik im Stadtbezirk darüber, die betreute Jugendarbeit in Bövinghausen zu fördern. Bis heute ist, außer Lippenbekenntnisse der Parteien, nichts passiert. Nun fordern die Jungsozialisten (Jusos), dass endlich was passiert und nehmen sowohl Stadt als auch Politik in die Pflicht.

„Es wird jetzt schon seit vielen Jahren darüber diskutiert, dass in Bövinghausen mehr betreute Angebote für Jugendliche geschaffen werden müssen und im Prinzip sind auch alle dafür, aber Bewegung gibt es keine,“ ärgert sich der Lütgendortmunder Juso-Vorsitzende Kevin Timm, der mit seinen Juso-Kollegen bei Rundgängen durch Bövinghausen und bei der Vorbereitung des letzten Lütgendortmunder Jugendforums die Lage vor Ort kennenlernte. Es fehle ein städtisches Angebot, das sich unterschwellig vor allem an Jugendliche aus einfachen sozialen Verhältnissen richtet.

„Auch wenn der Bericht zur sozialen Lage in Dortmund vor vier Jahren etwas anderes aussagte, müsste Bövinghausen zu den prekären Sozialräumen in Dortmund zählen, die in den Aktionsplan Soziale Stadt einbezogen wurden,“ kritisiert Timm, dass das reiche Westrich in dieser Analyse die Statistik verfälsche. Bövinghausen sei dadurch aus dem Fokus der Dortmunder Sozialpolitiker geraten.

„Es muss unbedingt ein betreutes Angebot her, das sich an die richtet, die für ihre Freizeitgestaltung nicht viel Geld zur Verfügung haben. Für die, die sich nicht zu Hause mit ihren Freunden treffen können, weil sie sich ihr Zimmer mit Geschwistern teilen. Ein Angebot, das sich vor allem an die richtet, die eine intensivere Förderung benötigen, damit bei ihnen Potentiale geweckt werden, die ansonsten unentdeckt blieben und ein Angebot, dass auch teilweise das an Werten und Grenzen vermittelt, was in den Elternhäusern verpasst wird,“ erklärt Martin Schmitz, stellvertretender Unterbezirksvorsitzender der Jusos Dortmund. Die evangelische Christusgemeinde biete zwar in Bövinghausen einen offenen Treff an. Der öffne aber nur an zwei Abenden in der Woche und richte sich eher an die Jugendlichen der Kirchengemeinde.

Die Jusos setzen sich dafür ein, dass wieder mehr Geld in die Jugendförderung in Dortmund fließt. „Auf allen Ebenen - egal ob Bund, Land oder Stadt - hat Politik in den letzten Jahren an dieser freiwilligen Leistung gespart, obwohl dies ein wichtiger Baustein der präventiven Sozialpolitik ist. Das muss endlich aufhören,“ so Schmitz weiter. Der erste Schritt in diese Richtung wurde vor kurzem getan. Der Dortmunder SPD-Beirat stimmte, auf Antrag der Jusos, einstimmig dafür, dass die städtischen Jugendfreizeitstätten personell nicht weiter ausbluten dürfen und ein Gesamtkonzept zur Verbesserung des Angebots der Jugendfreizeitstätten erstellt werden soll.

„Ein besseres Angebot erfordert, dass zumindest alle 18 Stellen wieder besetzt werden, die in den letzten zwei Jahren in den Jugendfreizeitstätten weggefallen sind. Jetzt ist unsere Ratsfraktion gefragt, sich im Rat für die Jugendarbeit in Dortmund einzusetzen,“ hofft Schmitz weiter.

Dokumente:
PM Jugendtreff Bövinghausen