Pressemitteilung

06. Februar 2011
Grevendicks Feld

Ängste der Anwohner beseitigen

Die Bürgerversammlung zum Umzug der Kommunalen Unterkunft für Flüchtlinge ins Grevendicks Feld sollte eigentlich die Lütgendortmunder informieren. Dass dieses Thema viele Lütgendortmunder bewegt zeigte die Tatsache, dass mehrere hundert Bürger den Weg in das evangelische Gemeindezentrum an der Westricher Straße fanden und den Saal bis auf die letzte Sitzreihe füllten.

Dort musste man im Laufe der Veranstaltung leider feststellen, dass NPD, Autonome Nationalisten und andere Rechtsextreme diese nutzten, um Ängste in der Bevölkerung zu schüren und ihre demagogischen Ansichten zu verkünden. Die größtenteils sehr sachliche Bürgerversammlung verlor dadurch phasenweise ihre Aufgaben.

Dazu zählte auch, die Ängste der Anwohner an der Provinzialstraße zu beseitigen. „Es war äußerst ungünstig von den Vertretern der Polizei ohne Zahlen in diese Veranstaltung zu gehen,“ so Kevin Timm, Sprecher der Juso-AG Dortmund-West. Umso mehr mussten die Referenten auf dem Podium das Vorurteil entkräften, dass die Kriminalitätsrate durch die Flüchtlinge steige.

„Das sind keine Kriminellen, die hier hinkommen. Es handelt sich um Menschen, die unter Lebensgefahr aus Krisengebieten flüchten und nach Deutschland kommen, um in Sicherheit leben zu können,“ so Timm weiter. Die Integration der Flüchtlinge sollte also keine unüberwindbare Hürde sein. Vor allem die ohne Eltern geflüchteten Minderjährigen müssten schnell integriert werden, sowohl gesellschaftlich, schulisch als auch sprachlich.

Dennoch sehen die Jusos auch Probleme an dem Standort: „Wir sind uns noch nicht sicher, ob es Auswirkungen haben wird, dass Einrichtungen, wie die Justizvollzugsanstalt Bochum-Langendreer, die Wohnungsloseneinrichtung und einem geplanten Heim für drogenabhängige Jugendliche auf Bochumer Stadtgebiet sich in dem Gebiet konzentrieren.“

Nun gelte es, die Lütgendortmunder weiter zu informieren und Ängste abzubauen. Daher begrüßen die Jusos die schnelle Entscheidung am Rande der Bürgerversammlung, eine regelmäßige Bürgersprechstunde und einen Runden Tisch zu dem Thema einzurichten, an dem man sich als führender politscher Jugendverband vor Ort auch beteiligen wird.

„Wir wollen uns aber auch unabhängig davon informieren und planen eine Ortsbegehung am Grevendicks Feld in den nächsten Wochen, bei der wir uns über Umzug und Konzept der Einrichtung informieren lassen wollen. Wir würden uns freuen, wenn auch der ein oder andere Anwohner uns begleitet,“ so der Juso-Sprecher abschließend.

Dokumente:
PM Grevendicks Feld