Pressemitteilung

03. April 2014
Stellungnahme zu geplanten Ausnahmen beim Mindestlohn

Die Jusos Dortmund fordern einen Mindestlohn ohne Altersdiskriminierung

Die Jusos Dortmund fordern einen Mindestlohn ohne Altersdiskriminierung: Keine Ausnahmen für Jugendliche bis zum 18. Lebensjahr

Am 18.03. stellte Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles ihre Pläne für den gesetzlichen Mindestlohn der SPD-Bundestagsfraktion vor. Schon zuvor wurde in der Presse bekannt, dass Nahles dabei mit Ausnahmen plant: Junge Menschen bis zu einem Alter von 18 Jahren sollen von der Mindestlohn-Regelung ausgenommen werden. Grund dafür sei die Gefahr, dass ohne die Einschränkung Nebenjobs attraktiver als Ausbildungen wirken könnten.

„Die Jusos Dortmund gehen davon aus, dass Jugendliche ihre Zukunft gut selber einschätzen können“, erklärt Anna Spaenhoff, stellvertretende Vorsitzende der Jusos Dortmund. „Wir geben der Ministerin aber Recht, dass Ausbildungsplätze die erste Wahl sein sollen. Nur sollte man dafür folgerichtig die Ausbildungsvergütung anpassen und nicht bewusst Nebenjobs finanziell abwerten!“

Die Dortmunder Jusos sind der Meinung, dass Schülerinnen und Schüler der Oberstufe durch den Mindestlohn weniger Zeit beim Nebenjob verbringen müssten, gleichzeitig jedoch am Ende des Monats ihren geplanten Lohn hätten und somit von einem freieren Kopf für Schule, Freundschaften und Freizeitgestaltung profitieren würden. Mit welcher Begründung soll ein 17-jähriger Supermarktangestellter schlechter entlohnt werden als seine 19-jährigen Kolleginnen und Kollegen?

„Auch den Vorstoß von Bildungsministerin Johanna Wanka, noch mehr Menschen vom Mindestlohn auszuschließen, lehnen wir sehr strikt ab! Studentinnen und Studenten, die in vielen Bundesländern aufgrund der verkürzten Schulzeit gerade erst die Volljährigkeit erreichen, wenn sie an die Hochschulen kommen, gehen aus den verschiedensten Gründen einer Nebentätigkeit nach. Zu oft reicht das BAföG nicht – so wenn sie denn überhaupt welches erhalten. Auch diese verdienen dann in kürzerer Zeit ihren Lohn, wenn sie nach Mindestlohn bezahlt werden. Letztlich erledigen die jungen Arbeitskräfte auch oft genau die Arbeit von Festangestellten.
Es scheint, als hätte man händeringend irgendeine Grenze gesucht, um den Mindestlohn einzuschränken, nachdem die Schulpflicht aufgrund 16 verschiedener Definitionen als Beschränkung ausschied. Das finden wir sehr bedauerlich“, so Spaenhoff weiter.

Es muss ein Umdenken in der Politik und in der Wirtschaft geben: junge Menschen sind keine leicht austauschbaren und billigen Arbeitskräfte, die es zu bevormunden gilt. Wir möchten ganz klar einen Mindestlohn für alle!