Meldung

29. März 2011
Ein Kommentar von Florian Meyer

Zur Abschaffung des Dortmunder Straßenstrichs

Am Donnerstag wird es soweit sein. Der Dortmunder Rat wird die Schließung des Straßenstrichs beschließen. Wenn der Regierungspräsident von Arnsberg ebenfalls sein ok geben wird, sollen Polizei und Ordnungsamt den Straßenstrich an Ravensbergerstraße dicht machen.

Gebannt werden die Blicke auf die dort arbeitenden Prostituierten gerichtet sein. Zahlreiche Fragen bleiben offen und werden mit einem nahezu fatalistischen Glauben begegnet.
Weder wurde die Frage geklärt, was die Frauen in Zukunft machen werden („Das ist nicht das Problem der Politik“), noch konnte geklärt werden, ob Polizei und Ordnungsamt langfristig in der Lage seien, das Sperrgebiet durchzusetzen („Es ist deren Aufgabe!“). Wie denn reagiert werden solle, wenn es zur fliegenden Straßenprostitution kommen werde, es zu einer Verdrängung in Wohngebiete und Wohnungen kommen werde oder eine adäquate Betreuung gewährleistet werden solle, sind ebenfalls Fragen, die unbeantwortet blieben. Gebannt darf nun auch beobachtet werden, ob es einen direkten Zusammenhang zwischen der Straßenprostitution und den kriminellen Machenschaften gibt! Es herrscht die Hoffnung, dass der Zustrom aus Plowdiw abnehmen wird und über alledem schwebt die Hoffnung, dass die Zustände der Nordstadt sich normalisieren: „Wir wären froh, wenn wir uns wieder über Alkis aufregen könnten!“

Bleibt zu hoffen, dass das Experiment ein Erfolg wird. Allein es fehlt mir der Glaube!



- Dieser Kommentar spiegelt die persönliche Meinung des Autors und damit nicht zwangsläufig die Position der Jusos Dortmund wieder -


Dokumente:
Leid der Prostituierten anerkennen - Zum Dortmunder Straßenstrich