Meldung

13. Dezember 2010
Zur Angst der CDU vor jungen Menschen am Stadtgarten

Soziale Randgruppen im Herzen der Stadt?

Ein Kommentar von Florian Meyer

 

Seltsam. Vor einigen Tagen war zu lesen, dass sich soziale Randgruppen am Stadtgarten zusammenrotten würden. Ein neuer Angstraum würde geschaffen. Von dunklen Gestalten war die Rede. Von alkoholisierten Jugendlichen war zu lesen. Pöbeleien seien an der Tagesordnung. Ordentliche Bürger könnten den Stadtgarten nicht mehr nutzen.

 

Die Dortmunder CDU hat in den Tagen vor Weihnachten das ganz große Besteck herausgeholt. Sie seziert die Dortmunder Jugendlichen und zugleich ihr eigenes Weltbild.

 

Gothic-Anhänger, Emos, Punks oder einfach nur anders gekleidete Menschen werden zu Randgruppen gestempelt – pardon: soziale Randgruppen. Wem kommt da nicht das Bild von heruntergekommenen und verlotterten Menschen, die ein schlechtes Elternhaus haben und die kein ordentlicher Schwiegerpapa am Sonntag beim Mittagstisch mit seiner Tochter sehen will? Bestimmt seien sie auch kriminell oder drogenabhängig. Wenn sie nicht abhängig sind, so nehmen sie aber bestimmt regelmäßig Drogen.

 

Wer nicht in das „Segelschühchen mit rosa Poloshirt“- Weltbild passt, kann nicht bürgerlich sein. Wer nicht bürgerlich ist, kann den Bürgern der Stadt nicht zugemutet werden. Sie gehören verscheucht. Sie sollen woanders hingehen. Sie haben nichts zu suchen „vor der Haustür des Dortmunder Rathauses“. Warum müssen solchen Menschen überhaupt in Dortmund sein?

 

Erschreckend, wie offen hier gegen junge Menschen Stimmung gemacht wird. Der Stadtgarten ist nicht nur die einzige Grünfläche Dortmunds innerhalb des Walls, nein, er ist auch noch das Herz des öffentlichen Nahverkehrs. Alle Dortmunder sollen dort willkommen sein; sollen sich dort treffen. Keine Gruppe soll ausgeschlossen werden.  Nun wird aber eine bestimmte Gruppe Jugendlicher in eine Ecke gedrängt. Eine „soziale Randgruppe“ seien sie. Früher hätte der Begriff sicherlich „Abschaum“ den Weg in die Feder gefunden. Heute ist auch die CDU politisch korrekt und meint dennoch das Gleiche.

 

Konservative Alternativen? Uniformierte Jugendliche, die ihre Füße artig unter Papas Tisch stellen!