Meldung

01. Dezember 2010
Konstruktive Debatte über den Dortmunder Straßenstrich

Leid der Prostituierten anerkennen

So lang wie ein Fußballspiel und doppelt so spannend war die Debatte um die Zukunft des Straßenstrichs an der Ravensberger Straße.

Schnell war klar, dass der von der AG Innenstadt gestellte Antrag zur Verbesserung der bestehenden Verhältnisse für die Prostituierten die Gemüter spalten würde. So kam es zu einer teils heftigen aber in Gänze konstruktiven Debatte.
Im Mittelpunkt des vorgestellten Antrags stand das Leid der Prostituierten.
So sind ihnen sanitäre Einrichtungen nur an sechs Tagen pro Woche und für vier Stunden täglich zugänglich, die Arbeitsplätze und Verrichtungsboxen stark verschmutzt und der "Gaffer-Verkehr" beschämend. Für die Dortmunder Jusos nicht hinnehmbare Zustände, die mit Mitteln des städtischen Haushalts kurzfristig zu verändern sind.

Dem gegenüber standen Bedenken, die Prostitution schränke die Lebensqualität der BewohnerInnen der Nordstadt ein und schade dem städtischen Gesamtbild.
Ein Änderungsantrag zur sofortigen Schließung des von der Stadt parallel zur Bornstraße verorteten Straßenstrichs fand in der Abstimmung keine Mehrheit.
Stattdessen schaffte man einen beschlussfähigen Kompromiss, in dessen Vordergrund drei wesentliche Ziele stehen:
1. Die sofortige Sicherstellung von hygienischen Mindeststandards aus Mitteln des städtischen Haushalts
2. Die Verhinderung der Ausdehnung der Straßenprostitution durch städtische Ordnungskräfte und die Polizei
3. Die Installation einer gebührenpflichtigen Schranke im östlichen Bereich der Juliusstraße, um den "Gaffer-Verkehr" einzudämmen und die Prostituierten gleichzeitig von der Vergnügungssteuer zu befreien. Prostitution bedeutet oft Arbeit unter widrigen Umständen. Sie in einem Satz mit "Vergnügung" zu nennen ist für uns Jusos an Perversion kaum zu überbieten.

Darüber hinaus soll mittelfristig geprüft werden, ob der aktuelle Standort des Straßenstrichs noch geeignet ist.

Wir Jusos werden die Diskussion weiterführen und überprüfen, wie die Stadt Dortmund mit ihrer Verantwortung gegenüber den Frauen an der Ravensberger Straße umgeht.
Dokumente:
Leid der Prostituierten anerkennen - Zum Dortmunder Straßenstrich