Meldung

09. Februar 2010
Kommentar zum Parteitag

Nach dem Parteitag: Zum Teamgeist zurückgefunden

Marco, Kai, Alex und Franz-Josef
Delegierte beim Parteitag

von Alexander Wuttke

 

Parteitage sind große Ereignisse im politischen Kalender. Oft geschieht Unerwartetes, binnen zweier Tage überstürzen sich die Ereignisse und wenn die Delegierten zum Abschluss der Versammlung die traditionelle Parteihymne anstimmen, haben sie ihre Partei von Grund auf geändert ohne es vorher geahnt zu haben. So beim legendären SPD-Bundesparteitag 1995 in Mannheim. Bei einem Bier auf einem der üblichen Parteiabende heckt der damalige saarländische Ministerpräsident Lafontaine mit einigen Mitstreitern den Plan zu einer überraschenden Kampfkandidatur gegen den Vorsitzenden Scharping aus, hält am folgenden Tag eine furiose Rede, begeistert die Delegierten und übernimmt mit überdeutlicher Mehrheit den Parteivorsitz.

 

So ist auch der Parteitag der Dortmunder SPD am 05. und 06. Februar 2010 mit Spannung erwartet worden. Unruhe herrschte in der Partei denn sie blickte auf äußerst turbulente Monate zurück. Die Frage wer für die SPD als Oberbürgermeisterkandidat ins Rennen geht, hatte die Partei monatelang unter Spannung gehalten, sie hatte einen aufreibenden Wahlkampf zu führen. Und als sich nach dem Wahltag der Sturm legen sollte, nahm er erst richtig Fahrt auf. Debatte über Wahllüge, das Ende von Rot-Grün, Diskussionen um Neuwahlen haben die Partei fast zerrissen. Und all dies war nicht vergessen und steckte den Delegierten noch in den Knochen.

 

Doch auch dieser Parteitag entwickelte seine eigene Dynamik. Keine brodelnde Generelabrechung, keine Anfeindungen oder heftige Diskussion. Vielmehr entdeckten wir auf diesem Parteitag unseren Teamgeist wieder. Wendepunkt für diese Stimmung des Aufbruchs und der Geschlossenheit war einmal wieder Altmeister und Alt-OB Günter Samtlebe. Frisch, witzig und keck hauchte er den Parteimitgliedern neues Selbstbewusstsein ein. Für uns Jusos ging die Friede-Freude-Eierkuchen-Stimmung stellenweise doch zu weit und wünschten uns im vorliegenden Leitantrag offene Worte über unsere Fehler der Vergangenheit. Dem wollte die Mehrheit der Delegierten nicht folgen. Es war eine Stimmung mit den aufreibenden Monaten abzuschließen und gemeinsam nach vorne zu schauen.

 

Trotz dieses Wehrmutstropfens war der Parteitag aus Juso-Sicht ein herausragender Erfolg. Nie zuvor hat der Vorstand der SPD Dortmund so viele Jusos gesehen. Bisher waren wir zu dritt, nun sind wir mit fünf Jusos im Vorstand vertreten. Angesichts des äußerst dichten Kandidatenfeldes ein starkes Zeichen der Delegierten für ihr Vertrauen in die Arbeit der Jusos und ein erster Schritt zur Erneuerung unserer Partei.

 

Wir wollen unseren Einfluss nutzen, um weiterhin für eine neue politische Kultur der Transparenz und Offenheit zu streiten und den Belangen der jungen Menschen Verhör zu verschaffen.


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