Aus den Unterbezirken

18. Oktober 2012
Positionspapier

Jusos Dortmund positionieren sich zur Rente

Für ein solidarisches Rentensystem!


Wir Dortmunder Jusos wollen eine solidarische und gerechte Gesellschaft, welche sich in ihren Regelungen und Systemen auch widerspiegeln soll. Die kapitalgedeckte Altersvorsorge hat sich in Zeiten von deregulierten Finanzmärkten als reines Glücksspiel erwiesen und ihre mangelnde Krisensicherheit unter Beweis gestellt. Wer mehr als 35 Jahre in die Rentenversicherung eingezahlt hat, soll auch später ein Leben führen können, ohne Angst haben zu müssen, aufgrund einer Wirtschafts- oder Finanzmarktkrise in die Altersarmut zu rutschen. Die Realität zeigt, dass der Berufseinstieg von jungen Menschen heute später erfolgt als noch vor 20 Jahren. 40 oder gar 45 Beitragsjahre sind daher wirklichkeitsfremd. Auf diese Tatsache muss eine Rentenreform aufgebaut werden. Daher setzen sich die Dortmunder Jusos für ein solidarisches, gerechtes und armutsfestes Rentensystem ein. Dies beinhaltet für uns folgende Punkte:

– Das Nettorentenniveau darf nicht unter 50% sinken. Wer mehr als 35 Jahre in die
gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt hat, muss davon über dem
Grundsicherungsniveau leben können.
– Zeiten der Ausbildung, Kindererziehung und Arbeitslosigkeit müssen rentenrechtlich
aufgewertet, bzw. angerechnet werden.
– Alle erwerbstätigen Mitglieder der Gesellschaft müssen ihren Anteil zur Altersvorsorge
leisten. Nur wenn Arbeitnehmer, Beamte, Angestellte und Selbstständige gemeinsam in die
gesetzliche Rentenversicherung einzahlen, lässt sich verhindern, dass Einzelne in die
Altersarmut rutschen.
– Kapitalerträge müssen anteilig mit dem Rentenbeitragssatz belastet werden. Nur durch den
Anteil der Erwerbstätigen und der Kapitalerträge zur gesetzlichen Rentenversicherung lässt
sich erreichen, dass das Rentenniveau an die Entwicklung des BIP gekoppelt wird.
– Als Jusos lehnen wir eine pauschale Kalkulation mit privater Altersvorsorge zum Erhalt des
Grundsicherungsniveaus ab. Kapitalgedeckte Altersvorsorge sollte daher nicht zusätzlich
gefördert werden. Insbesondere Riesterförderungen und entsprechende Steuervergünstigungen gehören zukünftig abgeschafft. Ebenso sollte die betriebliche Altersvorsorge nicht zusätzlich gestärkt werden, alle künftigen RentnerInnen müssen von einer gestärkten gesetzlichen Rente profitieren. Die Betriebsrente würde Zeiträume für
Familienplanung, Ausbildung und Studium nicht ausreichend berücksichtigen.

Natürlich sehen wir unsere Forderungen bezüglich des Rentensystems im Kontext mit weiteren Forderungen der Jusos wie Arbeitsmarktreformen, bildungspolitischen Maßnahmen und die Einführung eines flächendeckenden Mindestlohnes. Ein höheres Niveau der Einkommen und eine Aufhebung von Diskriminierungen auf dem Arbeitsmarkt, wie zum Beispiel Lohnangleichungen zwischen Mann und Frau, unterstützen Erwerbstätige bei ihrer Rentenvorsorge.