Pressemitteilung

21. Februar 2012
Familienministerium fördert umstrittenes Projekt in Dortmund

Jusos gegen Nazi-Gruppentherapie

Seit ein paar Wochen schlägt ein Dortmunder Projekt, das rechtsradikale Jugendliche mit demokratischen Jugendlichen über die Zukunft der Stadt in den Dialog bringen will, hohe Wellen. Doch während sich die Stadt Dortmund als Projektpartner distanziert, verteidigt das Familienministerium in Berlin das Projekt. Das hat die Dortmunder Jusos nun dazu bewegt, zu dem Thema kritisch Stellung zu beziehen.

Die Jusos sehen viele leichtsinnige Schwachstellen im Konzept der multilateral academy. „Welche jungen Demokraten sollen sich denn bitte darauf einlassen? Und wie stellt sich Familienministerin Schröder das Gespräch in ihrer rosaroten heilen Welt vor? Selbst eine Ausstellung, in der Nazis Projektergebnisse präsentieren können, kann doch nicht ihr Ernst sein!“, zweifelt die stellvertretende Juso-Vorsitzende Anna Spaenhoff fassungslos. Es sind die Zweifel, dass auch nur ein Nazi auf diese Weise von seiner Weltanschauung abgebracht wird.

Stattdessen befürchten die Jusos, dass Nazi-Gruppen das Projekt als Plattform nutzen werden, um ihr menschenfeindliches Weltbild einer breiteren Öffentlichkeit vorzustellen. Bereits jetzt jubeln Autonome Nationalisten in einschlägigen Internetforen über einen Erfolg. Für die Jusos ist es ein Schritt in die falsche Richtung, nachdem sich in den letzten Monaten im Kampf gegen Rechtsextreme so viel positiv entwickelt habe und die Handlungsspielräume der Rechten von Polizei und Stadt momentan stark eingeschränkt werde.

„Seit Jahren kennen wir Dortmunder das Problem hier, seit Jahren geben wir unser Bestes im Kampf gegen Rassismus und Rechtsextremismus. Nun gibt es einen Schlag ins Gesicht aus dem Bundesministerium, weil Kristina Schröder plötzlich merkte, dass das Thema in ihren Zuständigkeitsbereich fällt und sie seit ihrem Amtsantritt hier gepennt hat“, so Spaenhoff.

Die Jusos empfehlen Ministerin Schröder, von einer Förderung des Projektes – im Raum stehen 300.000 Euro – abzusehen, bevor es zu einer Katastrophe kommt. „Wir raten der Ministerin dringend, sich Nachhilfe im Bereich Rechtsradikalismus zu organisieren, denn so eine Ministerin ist nicht tragbar,“ Spaenhoff abschließend.