Pressemitteilung

27. September 2011
CDU fordert "Eingreiftruppe gegen Jugendliche"

Dortmunder Jusos befürchten Vertreibung Jugendlicher aus dem öffentlichen Raum

Bei den Dortmunder Jusos treffen die Forderungen der CDU, den Alkoholkonsum von Jugendlichen in der Öffentlichkeit einzuschränken, auf viel Unverständnis. Übermäßiger Alkoholkonsum sei kein jugendspezifisches, sondern ein gesellschaftliches Problem, sagt der SPD-Nachwuchs. An vielen Brennpunkten seien es nicht Jugendliche, sondern junge und ältere Erwachsene, die unangenehm auffielen. Die CDU forderte in der vergangenen Woche eine Eingreiftruppe von Polizei, Ordnungs- und Jugendamt, um unerwünschte Treffpunkte von Jugendlichen in der Öffentlichkeit aufzulösen.

 

Der stellvertretende Juso-Vorsitzende Martin Schmitz dazu: „Es ist schade, dass die CDU hier einseitig urteilt und Jugendliche nun mit einer eigens einzurichtenden „Eingreiftruppe“ drangsalieren will. Die CDU sollte diese Truppe lieber gegen diejenigen einsetzen, die Jugendlichen verbotenerweise Alkohol verkaufen.“

Die Dortmunder Jusos befürchten die Verdrängung unangenehmer Jugendlicher aus dem öffentlichen Raum. Exzessiven Alkoholkonsum inmitten von Wohnvierteln halten auch die Dortmunder Jusos nicht für akzeptabel. Die Vertreibung der Emo-Szene am Stadtgarten zeige jedoch, dass angebliche Alkoholexzesse oftmals als Vorwand für die Vertreibung von Jugendlichen dienen. Die sich dort versammelnden Personen seien in großer Mehrheit rechtstreu gewesen, trugen aber keine dem bürgerlichen Empfinden angepasste Kleidung, was bei CDU-Ratsmitgliedern Befremden auslöste.

 

Der damaligen öffentlichen Kritik der CDU an diesen „sozialen Randgruppen“ wird nun mit der Forderung nach einer „Eingreiftruppe“ die Krone aufgesetzt.

 

Die Jusos pochen aber darauf, dass der öffentliche Raum auch gerade denjenigen Jugendlichen zur Verfügung stehen muss, die sich regelmäßige Bar- oder Disco-Besuche nicht leisten können oder den bürgerlichen Normvorstellungen nicht entsprechen.

 

Auch die weiteren CDU-Vorschläge kommen bei den Jusos schlecht weg. Eine Veränderung der Öffnungszeiten der Jugendfreizeitstätten, wie sie die CDU-Ratsfrauen Christiane Krause und Rosemarie Liedschulte fordern, befürworten die Jusos zwar: „Auf unsere Initiative ist die Verwaltung hier schon aktiv geworden.“ Es werde ein neues Konzept für die Jugendfreizeitstätten erarbeitet. „Man darf aber nicht so blauäugig sein und hoffen, dass sich dadurch die Treffen im Freien auflösen. Nicht jeder Jugendliche hat Interesse an den Angeboten,“ zweifelt Schmitz.

 

Und dass mit der Bebauung des Thier-Geländes Dortmunds Club- und Diskothekenszene verarmt sei, hätten die Jusos in der Vergangenheit auch regelmäßig deutlich gemacht. Aber auch hier hat der Verwaltungsvorstand auf Betreiben der Jusos eine Arbeitsgruppe zur Revitalisierung des Hafen-Viertels eingerichtet. 


Dokumente:
PM Vertreibung Jugendlicher aus dem öffentlichen Raum